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Bodengleiche Dusche im Berliner Altbau: Was geht und was nicht

Von der Fachredaktion CLIENI SHK
Abgedichteter Duschbereich mit Duschrinne und Vorwandinstallation vor dem Fliesen

Die bodengleiche Dusche ist der häufigste Wunsch bei einer Badsanierung, und im Berliner Altbau ist sie zugleich die Position mit den meisten technischen Fragen. Sie ist bequem, sie lässt kleine Bäder größer wirken, und sie ist die Grundlage für ein Bad, das auch später noch nutzbar bleibt. Ob sie umsetzbar ist, entscheidet sich aber nicht am Geschmack, sondern an wenigen Zentimetern unter dem Fliesenspiegel. Dieser Ratgeber erklärt, worauf es ankommt, welche Bauweisen es gibt und wann eine flache Duschtasse die bessere Lösung ist.

Die kurze Antwort

Ob eine bodengleiche Dusche im Altbau funktioniert, entscheidet die verfügbare Aufbauhöhe zwischen Rohdecke und fertigem Fußboden. Ein Punktablauf mit flachem Geruchsverschluss braucht in der Regel rund 90 bis 140 Millimeter, besonders flache Ausführungen und wandbündige Duschrinnen kommen mit weniger aus. Dazu kommen das Gefälle zum Ablauf, die Verbundabdichtung nach DIN 18534 und bei einer Holzbalkendecke die Frage nach Last und Schwingung. Wo die Höhe nicht reicht, ist eine extraflache Duschtasse fast immer die solidere Antwort als ein aufgestemmtes Provisorium.

Die entscheidende Größe: die Aufbauhöhe

Unter dem fertigen Boden Ihres Bades liegt ein Aufbau aus Estrich, Dämmung oder Schüttung und der Rohdecke. Für eine bodengleiche Dusche muss in diesen Aufbau der Ablauf mit seinem Geruchsverschluss und die Anschlussleitung passen, und zwar mit Gefälle. Grob können Sie mit diesen Größenordnungen rechnen:

  • Punktablauf mit normalem Geruchsverschluss: rund 120 bis 140 Millimeter Einbauhöhe. Die Ablaufleistung ist hoch, die Anforderung an den Aufbau ebenso.
  • Punktablauf in extraflacher Ausführung: ab etwa 65 bis 90 Millimeter. Der Preis dafür ist eine geringere Ablaufleistung, was bei einer großen Kopfbrause zum Problem werden kann.
  • Duschrinne an der Wand: je nach Modell ab etwa 70 bis 100 Millimeter. Sie verteilt das Wasser über eine lange Kante und braucht nur ein einseitiges Gefälle.
  • Wandablauf beziehungsweise wandbündige Rinne: Der Geruchsverschluss sitzt hier teilweise in der Vorwand statt im Boden. Das ist die höhensparendste Variante, verlangt aber eine ausreichend tiefe Vorwandkonstruktion und eine sauber geplante Abdichtung am Wandanschluss.
  • Gefälle: Auf einer Duschfläche von 90 mal 120 Zentimetern kommen bei rund 1,5 bis 2 Prozent Gefälle je nach Ablaufposition noch einmal etwa 10 bis 20 Millimeter hinzu.

Prüfen lässt sich die vorhandene Höhe nur durch eine Bauteilöffnung. Alles andere ist Schätzung. Deshalb gehört zu einer ehrlichen Planung im Altbau der Satz, dass die endgültige Lösung erst nach dem Rückbau feststeht, und ein Plan B im Angebot.

Punktablauf oder Duschrinne

Der Punktablauf ist die klassische Variante. Das Wasser läuft von vier Seiten zu einem Punkt, der Boden hat also ein Gefälle in zwei Richtungen. Bei kleinen Fliesenformaten ist das kein Problem, bei Großformaten wird es aufwendig, weil die Fliese sich nicht in zwei Richtungen biegen lässt. Die Duschrinne dagegen liegt an einer Kante, meist an der Wand. Der Boden fällt nur in eine Richtung, große Fliesen lassen sich durchziehen, und die Optik wirkt ruhiger. Dafür ist die Rinne empfindlicher gegen Fehler beim Gefälle und braucht mehr Aufmerksamkeit bei der Reinigung.

Ein Punkt, der oft unterschätzt wird, ist die Ablaufleistung. Eine große Kopfbrause kann leicht 15 bis 20 Liter pro Minute liefern. Wenn ein extraflacher Ablauf weniger schafft, steht das Wasser in der Duschfläche. Die Leistung steht im Datenblatt und gehört zur Auswahl dazu, nicht erst zur Reklamation.

Das Gefälle

Das Gefälle der Duschfläche liegt üblicherweise bei rund 1,5 bis 2 Prozent, also etwa 1,5 bis 2 Zentimeter auf einen Meter. Weniger führt zu stehendem Wasser, mehr fühlt sich beim Stehen unangenehm an und wird bei bodengleichen Flächen ohne Abtrennung zum Stolperthema. Hergestellt wird das Gefälle entweder durch vorgefertigte Duschelemente aus Hartschaum, die bereits mit dem richtigen Neigungswinkel geliefert werden, oder durch einen Gefälleestrich. Vorgefertigte Elemente sind im Altbau meist die bessere Wahl, weil sie leicht sind, die Deckenlast kaum erhöhen und die Maßhaltigkeit nicht von der Tagesform abhängt.

Auch die Abwasserleitung braucht ein eigenes Gefälle, in der Regel mindestens ein Prozent, üblich sind zwei. Je weiter der Ablauf vom vorhandenen Fallrohr entfernt liegt, desto mehr Höhe frisst diese Leitung. Das ist der Grund, warum die Duschposition im Altbau oft nicht frei wählbar ist.

Die Holzbalkendecke im Gründerzeithaus

In Prenzlauer Berg, Friedrichshain, Kreuzberg, Neukölln, Wedding, Schöneberg oder Charlottenburg liegt unter dem Bad häufig keine Betondecke, sondern eine Holzbalkendecke mit Sandschüttung. Das ändert die Planung in drei Punkten.

Erstens die Höhe: Zwischen den Balken ist oft Platz, über den Balken selten. Wer den Ablauf zwischen zwei Balken setzen kann, gewinnt viel. Wo ein Balken im Weg liegt, ist ein Auswechseln oder eine Verstärkung nötig, und das ist ohne Statiker nicht seriös zu entscheiden. Zweitens die Last: Die Schüttung darf entfernt werden, sie trägt jedoch zum Schallschutz bei und muss gleichwertig ersetzt werden. Drittens die Bewegung: Holzdecken schwingen. Eine starre Fliesenfläche auf einer schwingenden Decke reißt. Deshalb gehört zwischen Untergrund und Fliese eine Entkopplungsmatte und an allen Anschlüssen eine elastische Fuge.

Wichtig ist außerdem, dass eine Bauteilöffnung zeigt, in welchem Zustand die Balkenköpfe sind. Alte Wasserschäden im Bad haben in Gründerzeithäusern oft genau dort Spuren hinterlassen. Das gehört geprüft, bevor eine neue Abdichtung darüber kommt.

Abdichtung nach DIN 18534

Die bodengleiche Dusche ist die am stärksten belastete Fläche im ganzen Bad, denn hier trifft Wasser dauerhaft und direkt auf den Boden. Die DIN 18534 regelt die Abdichtung von Innenräumen und ordnet Flächen nach ihrer Wassereinwirkung in Klassen ein. Eine bodengleiche Dusche im Wohnungsbad liegt dabei in einer höheren Klasse als der übrige Badboden. Praktisch bedeutet das eine Abdichtung im Verbund direkt unter den Fliesen, mit Dichtbändern in allen Ecken, an allen Wandanschlüssen und an jeder Durchdringung.

Drei Regeln sind entscheidend: Erstens muss das gesamte Paket aus Abdichtung, Dichtband, Kleber und Ablaufflansch ein geprüftes System eines Herstellers sein. Mischen Sie keine Produkte. Zweitens gehört die Abdichtung mindestens 20 Zentimeter über die Duschfläche hinaus und an den Wänden bis über den Spritzwasserbereich hinauf. Drittens ist der Anschluss an den Ablaufflansch die kritischste Stelle. Lassen Sie sich jeden Arbeitsschritt fotografisch dokumentieren, das ist im Schadensfall Gold wert.

Die flache Duschtasse als Alternative

Wenn die Aufbauhöhe nicht reicht, ist eine extraflache Duschtasse aus Mineralwerkstoff oder emailliertem Stahl die zuverlässigste Lösung. Solche Tassen sind heute nur noch rund 25 bis 35 Millimeter hoch und lassen sich in vielen Fällen so einbauen, dass nur eine sehr geringe Stufe entsteht. Optisch kommt das der bodengleichen Dusche nahe, technisch ist es deutlich einfacher, weil das Gefälle in der Tasse vorgegeben ist und die Abdichtung nur an den Rändern anschließen muss. Einige Modelle lassen sich auf Wunsch bündig in den Estrich einlassen, wenn wenigstens diese wenigen Zentimeter zur Verfügung stehen.

Eine zweite Variante ist das Podest. Dabei wird die Duschfläche bewusst um einige Zentimeter erhöht, damit Ablauf und Leitung darüber Platz finden. Das ist konstruktiv sauber, nimmt aber den Komfortgewinn wieder weg und ist für ein Bad, das langfristig barrierearm bleiben soll, keine gute Idee.

Wann es nicht geht

  • Die Rohdecke liegt so hoch, dass selbst ein extraflacher Ablauf mit Gefälle nicht unterzubringen ist, und der Bodenaufbau darf nicht erhöht werden, etwa wegen der Türhöhe.
  • Das vorhandene Fallrohr liegt so weit entfernt, dass die Anschlussleitung mit dem nötigen Gefälle nicht unter den Boden passt.
  • Ein Deckenbalken verläuft genau unter dem geplanten Ablauf und darf statisch nicht geschwächt werden.
  • Die Decke hat keine Lastreserve für einen zusätzlichen Aufbau, und eine Verstärkung wäre unverhältnismäßig.
  • In einer Eigentumswohnung ist ein Eingriff in das Gemeinschaftseigentum nötig, für den kein Beschluss vorliegt.

In diesen Fällen ist die ehrliche Auskunft besser als ein Versuch. Eine bodengleiche Dusche, die aus Höhenmangel mit zu wenig Gefälle oder einem unterdimensionierten Ablauf gebaut wird, ist auf Dauer ein Schaden mit Ansage.

Schallschutz im Mehrfamilienhaus

Was für die Nachbarn unter Ihnen zählt, ist der Trittschall und das Geräusch des ablaufenden Wassers. Vorgefertigte Duschelemente werden deshalb schwimmend und ohne starre Verbindung zu den Wänden eingebaut, Ablauf und Leitung werden gedämmt, und die Randfuge bleibt elastisch. Ein Ablauf, der starr auf der Rohdecke aufliegt und gleichzeitig in den Estrich einbetoniert ist, überträgt jedes Geräusch in die Wohnung darunter. Das lässt sich später nicht mehr korrigieren.

So planen wir

Bei der kostenlosen Badplanung mit Aufmaß sehen wir uns die Lage des Fallrohrs an, öffnen nach Absprache eine kleine Stelle im Bodenaufbau und stellen fest, was an Höhe tatsächlich vorhanden ist. Daraus ergibt sich, welche Ablaufvariante möglich ist und ob eine Entkopplung oder eine Verstärkung der Decke nötig wird. Sie bekommen einen Grundriss, eine Materialliste und einen Zeitplan für alle Gewerke. Das verbindliche Angebot folgt nach diesem Termin, und wenn die Höhe nicht reicht, sagen wir Ihnen das vorher und nicht mitten in der Baustelle.

Häufige Fragen

Ein Punktablauf mit normalem Geruchsverschluss braucht rund 120 bis 140 Millimeter, extraflache Ausführungen ab etwa 65 bis 90 Millimeter. Dazu kommen das Gefälle von rund 1,5 bis 2 Prozent und das Gefälle der Anschlussleitung.

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