CLIENI SHK plant Wärmepumpen für Altbauten in Berlin und Brandenburg auf Basis einer raumweisen Heizlastberechnung. Entscheidend ist die Vorlauftemperatur: Bis etwa 55 °C arbeitet eine Wärmepumpe effizient, R290-Geräte erreichen 70 bis 75 °C. Oft genügt es, einzelne Heizkörper zu tauschen. Im Altbau mit Heizkörpern sind Jahresarbeitszahlen von 2,8 bis 3,4 realistisch.
Die Frage, ob eine Wärmepumpe im Altbau funktioniert, wird selten sachlich beantwortet. Die einen sagen, ohne Dämmung und Fußbodenheizung gehe es nicht. Die anderen versprechen, jedes Haus lasse sich ohne Weiteres umstellen. Beides stimmt so nicht. Die Antwort steckt in zwei Zahlen: in der Heizlast des Gebäudes und in der Vorlauftemperatur, die Ihre Heizkörper an kalten Tagen brauchen.
Berlin hat dafür besondere Ausgangslagen. In Gründerzeithäusern mit hohen Decken und Kastenfenstern heizen viele Wohnungen mit einer eigenen Gastherme, in Siedlungshäusern der 1930er Jahre laufen alte Öl- und Gaskessel, in den Villen des Südwestens gusseiserne Radiatoren. Auf dieser Seite erklären wir, wie wir solche Gebäude prüfen, welche Heizkörper getauscht werden müssen, wann Hochtemperatur-Wärmepumpen oder Hybridlösungen passen und was bei Gasetagenheizungen möglich ist.
Wärmepumpen-Check vor Ort
Wir kommen vorbei, schauen uns Heizkörper, Heizraum und Aufstellort an und sagen Ihnen ehrlich, ob und wie eine Wärmepumpe bei Ihnen passt.
- Heizkörper und Vorlauftemperatur prüfen
- Aufstellort und Schallschutz bewerten
- Förderfähigkeit nach KfW 458 einschätzen
Unverbindlich, für Einfamilien- und Zweifamilienhäuser in Berlin und Brandenburg.
Heizlast: Wie viel Wärme Ihr Altbau wirklich braucht
Die Heizlast ist die Wärmeleistung, die ein Gebäude am kältesten Auslegungstag braucht, um alle Räume auf Solltemperatur zu halten. Sie bestimmt die Größe der Wärmepumpe. Im Altbau wird sie oft überschätzt, weil der alte Kessel großzügig bemessen war und niemand nachgerechnet hat. Die folgenden Richtwerte zeigen die Größenordnung, ersetzen aber keine raumweise Berechnung.
- Der Verbrauch der letzten Jahre ist eine gute Plausibilitätsprüfung. Wer weniger heizt, als die Richtwerte erwarten lassen, hat oft eine geringere Heizlast als gedacht.
- Wir rechnen die Heizlast raumweise nach DIN EN 12831. Nur so zeigt sich, welcher Raum der kritische ist und wo ein Heizkörper nicht reicht.
- Einzelne Sanierungsschritte, etwa neue Fenster oder eine gedämmte oberste Geschossdecke, senken die Heizlast und damit die nötige Vorlauftemperatur. Sie müssen nicht vor der Wärmepumpe erledigt sein, sollten aber in der Planung mitgedacht werden.
| Gebäudezustand | Heizlast grob | Beispiel 140 m² Wohnfläche |
|---|---|---|
| Neubau oder KfW-Effizienzhaus | 30 bis 50 W/m² | etwa 4 bis 7 kW |
| Saniert (Dach, Fenster, Fassade) | 60 bis 80 W/m² | etwa 8 bis 11 kW |
| Teilsaniert (zum Beispiel neue Fenster und Dach) | 80 bis 110 W/m² | etwa 11 bis 15 kW |
| Unsanierter Altbau | 110 bis 150 W/m² | etwa 15 bis 21 kW |
Vorlauftemperatur: die Kennzahl, auf die es ankommt
Die Vorlauftemperatur ist die Temperatur, mit der das Heizwasser zu den Heizkörpern fließt. Alte Kessel arbeiten oft mit 70 °C und mehr, weil es technisch egal war. Eine Wärmepumpe dagegen wird mit jedem Grad Vorlauf weniger effizient. Bis etwa 55 °C arbeitet sie wirtschaftlich, darunter deutlich besser.
Die Effizienz messen wir an der Jahresarbeitszahl (JAZ): Sie sagt, wie viele Kilowattstunden Wärme die Anlage im Jahr aus einer Kilowattstunde Strom erzeugt. Im Altbau mit Heizkörpern sind 2,8 bis 3,4 realistisch, mit Fußbodenheizung 3,5 bis 4,5. Eine JAZ von 3 heißt: Aus einer Kilowattstunde Strom werden drei Kilowattstunden Wärme.
Einen ersten Hinweis können Sie selbst gewinnen: Stellen Sie im nächsten Winter die Vorlauftemperatur des alten Kessels probeweise auf 50 bis 55 °C herunter und beobachten Sie über einige kalte Tage, ob alle Räume warm werden. Wenn ja, ist das ein gutes Zeichen. Räume, die kalt bleiben, zeigen, wo ein größerer Heizkörper nötig wäre. Das ersetzt die Berechnung nicht, gibt aber eine Richtung.
Wärmepumpe im Altbau: Wir beraten Sie in ganz Berlin & Brandenburg, ehrlich und mit Blick auf die Förderung.
Heizkörper prüfen und gezielt tauschen
Selten müssen alle Heizkörper raus. Meist sind es zwei oder drei Räume, in denen der vorhandene Heizkörper bei niedriger Vorlauftemperatur nicht genug Wärme liefert: das Bad, ein Eckzimmer mit zwei Außenwänden, ein Raum mit großer Fensterfläche. Dort setzen wir an.
Gusseiserne Radiatoren
Viele Berliner Altbauten haben große Gussradiatoren. Sie haben viel Oberfläche und geben auch bei niedriger Vorlauftemperatur ordentlich Wärme ab. Oft können sie bleiben.
Kleine Plattenheizkörper
Einlagige Plattenheizkörper unter dem Fenster sind häufig der Engpass. Ein zwei- oder dreilagiges Modell in gleicher Breite liefert bei gleicher Vorlauftemperatur deutlich mehr Leistung.
Niedertemperatur- und Gebläsekonvektoren
Heizkörper mit eingebautem Lüfter geben bei niedriger Vorlauftemperatur viel Wärme ab und passen dort, wo kein Platz für einen größeren Heizkörper ist.
Fußbodenheizung nachträglich
Im Fräsverfahren lässt sich eine Fußbodenheizung in den vorhandenen Estrich einfräsen. Der Aufwand hängt von Fläche, Estrichaufbau und Bodenbelag ab. Sinnvoll vor allem im Bad oder bei ohnehin geplanter Renovierung.
Hydraulischer Abgleich
Ohne Abgleich bekommen Räume nahe der Pumpe zu viel, entfernte zu wenig Wasser. Die Folge ist eine höhere Vorlauftemperatur für alle. Der Abgleich gehört bei uns zu jeder Wärmepumpe.
So prüfen wir Ihren Altbau
- 01
Verbrauch und Unterlagen
Gas- oder Ölverbrauch der letzten Jahre, Baujahr, bereits durchgeführte Sanierungen, Grundrisse, falls vorhanden.
- 02
Aufnahme vor Ort
Wir messen Räume, Fenster und Heizkörper auf, sehen uns Heizraum, Leitungen, Stromanschluss und mögliche Aufstellorte an.
- 03
Raumweise Heizlast
Berechnung nach DIN EN 12831 für jeden Raum. Daraus ergeben sich Gerätegröße und kritische Räume.
- 04
Heizkörperabgleich
Wir vergleichen die Leistung jedes Heizkörpers bei der geplanten Vorlauftemperatur mit der Heizlast des Raums und markieren, wo getauscht werden muss.
- 05
Variantenvergleich
Wärmepumpe mit niedriger Vorlauftemperatur, R290-Hochtemperaturgerät oder Hybrid, jeweils mit Kosten, erwarteter JAZ und Förderung.
- 06
Empfehlung und Angebot
Sie bekommen eine klare Empfehlung und ein verbindliches Angebot mit allen Positionen. Wenn eine Wärmepumpe nicht sinnvoll ist, sagen wir das.
- 01
Verbrauch und Unterlagen
Gas- oder Ölverbrauch der letzten Jahre, Baujahr, bereits durchgeführte Sanierungen, Grundrisse, falls vorhanden.
- 02
Aufnahme vor Ort
Wir messen Räume, Fenster und Heizkörper auf, sehen uns Heizraum, Leitungen, Stromanschluss und mögliche Aufstellorte an.
- 03
Raumweise Heizlast
Berechnung nach DIN EN 12831 für jeden Raum. Daraus ergeben sich Gerätegröße und kritische Räume.
- 04
Heizkörperabgleich
Wir vergleichen die Leistung jedes Heizkörpers bei der geplanten Vorlauftemperatur mit der Heizlast des Raums und markieren, wo getauscht werden muss.
- 05
Variantenvergleich
Wärmepumpe mit niedriger Vorlauftemperatur, R290-Hochtemperaturgerät oder Hybrid, jeweils mit Kosten, erwarteter JAZ und Förderung.
- 06
Empfehlung und Angebot
Sie bekommen eine klare Empfehlung und ein verbindliches Angebot mit allen Positionen. Wenn eine Wärmepumpe nicht sinnvoll ist, sagen wir das.
R290-Hochtemperatur-Wärmepumpen für hohe Vorlauftemperaturen
Moderne Wärmepumpen mit dem natürlichen Kältemittel R290 (Propan) erreichen Vorlauftemperaturen von 70 bis 75 °C. Damit lassen sich auch Häuser beheizen, deren Heizkörper an kalten Tagen mehr als 55 °C brauchen. R290 hat ein Treibhauspotenzial (GWP) von 3, das verbreitete R32 liegt bei 675. Mit der EU-F-Gase-Verordnung von 2024 werden die Vorgaben für fluorierte Kältemittel strenger, R290 ist davon nicht betroffen.
Hochtemperatur heißt aber nicht, dass die Wärmepumpe dauerhaft mit 70 °C laufen sollte. Die Effizienz sinkt dabei spürbar. Die Reserve ist für die kältesten Tage und für Warmwasser gedacht. Im Normalbetrieb stellen wir die Heizkurve so niedrig ein, wie es das Haus zulässt, und tauschen gezielt die Heizkörper, die sonst die Temperatur nach oben ziehen.
R290 ist brennbar. Die Hersteller schreiben deshalb Schutzbereiche um das Außengerät vor, etwa zu Fenstern, Kellerschächten und Abläufen. In engen Berliner Höfen planen wir den Aufstellort entsprechend sorgfältig.
Hybrid: Wärmepumpe und vorhandener Kessel im Team
Bei einer Hybridheizung übernimmt die Wärmepumpe den größten Teil des Jahres, ein Gas- oder Ölkessel springt nur an den kältesten Tagen ein. Der Punkt, an dem der Kessel dazukommt, heißt Bivalenzpunkt: die Außentemperatur, unterhalb der die Wärmepumpe allein nicht mehr genügt oder unwirtschaftlich würde. Je tiefer er liegt, desto größer ist der erneuerbare Anteil.
Hybrid kann sinnvoll sein, wenn die Heizlast sehr hoch ist, die Heizkörper nicht getauscht werden können oder eine Sanierung erst in einigen Jahren ansteht. Für die KfW-Förderung muss die versorgte Fläche danach zu mindestens 65 Prozent erneuerbar beheizt werden, das prüfen wir bei der Auslegung. Wird im Zuge der Hybridlösung ein neuer Gas- oder Ölkessel eingebaut, gilt für ihn nach dem Gebäudemodernisierungsgesetz die steigende Pflicht zu CO2-neutralen Brennstoffen: 10 Prozent ab 2029, 15 Prozent ab 2030, 30 Prozent ab 2035, mindestens 60 Prozent ab 2040.
Berliner Gründerzeit-Altbau mit Gasetagenheizungen
In Prenzlauer Berg, Friedrichshain, Kreuzberg, Neukölln, Wedding, Schöneberg und Charlottenburg hat oft jede Wohnung ihre eigene Gastherme, die Abgase laufen über eine gemeinsame Abgasanlage. Ein Umstieg auf die Wärmepumpe ist hier keine Einzelentscheidung, sondern braucht in der Regel einen Beschluss der Eigentümergemeinschaft. Wer eine funktionstüchtige Gasetagenheizung ersetzt und selbst in der Wohnung wohnt, kann den Klimageschwindigkeitsbonus von 16 Prozent erhalten, bis 31.01.2027 in voller Höhe.
- Wir erstellen für Eigentümergemeinschaften Variantenvergleiche mit Kosten, Förderung und Zeitplan, die in der Versammlung beschlossen werden können.
- Mehr zum Vorgehen steht auf unserer Seite zum Ersatz der Gasetagenheizung und im Ratgeber zur Gasetagenheizung in Berlin.
| Lösung | Wann sie passt | Was zu klären ist |
|---|---|---|
| Zentralisierung mit Wärmepumpen-Kaskade | Mehrheit der Eigentümer will umstellen, Platz im Hof, auf dem Dach oder im Keller | WEG-Beschluss, neue Steigleitungen, Schallschutz im Hof, Warmwasser je Wohnung |
| Hybrid mit zentralem Spitzenlastkessel | Hohe Heizlast, Sanierung erst später geplant | Bivalenzpunkt, 65-Prozent-Förderbedingung, Brennstoffquote für den neuen Kessel |
| Anschluss an Fernwärme | Fernwärmeleitung in der Straße, Anschluss wirtschaftlich | Anschlussbedingungen des Versorgers, Umbau der Hausverteilung |
| Wohnungsweise Wärmepumpe | Einzelne Wohnung, zum Beispiel Dachgeschoss mit Außenfläche | Aufstellort, Schall, Zustimmung der Gemeinschaft für das Außengerät |
Häufige Fragen zur Wärmepumpe im Altbau
Oft ja, wenn Heizlast und Vorlauftemperatur passen. Die Heizlast liegt im unsanierten Altbau grob bei 110 bis 150 Watt je Quadratmeter. Mit gezieltem Heizkörpertausch, einem R290-Hochtemperaturgerät oder einer Hybridlösung lässt sich das in vielen Fällen lösen.
Nein. Viele Altbauten laufen mit Heizkörpern, oft reicht der Tausch einzelner Heizkörper. Eine nachträgliche Fußbodenheizung im Fräsverfahren ist eine Option, vor allem im Bad oder bei geplanter Renovierung.
Effizient arbeitet eine Wärmepumpe bis etwa 55 °C. R290-Geräte schaffen 70 bis 75 °C, dann aber mit geringerer Effizienz. Ziel ist eine Vorlauftemperatur so niedrig, wie es das Haus zulässt.
Nicht zwingend. Dämmung senkt Heizlast und Vorlauftemperatur und verbessert die Effizienz. Viele Häuser werden erst mit Wärmepumpe ausgestattet und schrittweise saniert. Wir planen die Anlage so, dass spätere Sanierungsschritte nicht zu einem überdimensionierten Gerät führen.
Mit Heizkörpern meist 2,8 bis 3,4. Mit Fußbodenheizung oder nach Sanierung sind 3,5 und mehr möglich. Der hydraulische Abgleich und eine niedrig eingestellte Heizkurve machen hier einen spürbaren Unterschied.
Die KfW-Förderung setzt voraus, dass die versorgte Fläche danach zu mindestens 65 Prozent erneuerbar beheizt wird. Ob eine Hybridlösung das erfüllt, hängt an der Auslegung. Wir prüfen das vor dem Angebot.
Möglich sind Zentralisierung mit Wärmepumpen-Kaskade, Hybrid, Fernwärme oder wohnungsweise Lösungen. Meist braucht es einen WEG-Beschluss. Selbstnutzer, die eine funktionstüchtige Gasetagenheizung ersetzen, können den Klimageschwindigkeitsbonus erhalten.
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