Ratgeber · 6 Min.

Heizung fällt aus: Was Sie selbst prüfen können und wann Sie anrufen sollten

4. September 2026

Die Heizung fällt am liebsten dann aus, wenn es draußen richtig kalt ist. Bevor Sie einen Notdienst rufen, lohnt sich ein ruhiger Blick auf ein paar einfache Punkte, denn ein Teil der Ausfälle hat eine Ursache, die Sie selbst beheben können. Dieser Ratgeber führt Sie durch eine Checkliste, getrennt nach Heizungsart, erklärt, wann Sie auf keinen Fall selbst Hand anlegen sollten, und was Sie tun können, damit Wohnung und Leitungen bis zum Eintreffen des Technikers keinen Schaden nehmen.

Zuerst: Riecht es nach Gas?

Wenn Sie Gasgeruch bemerken, geht Sicherheit vor allem anderen. Die Heizung ist dann nicht das Thema.

  • Keine elektrischen Schalter betätigen, kein Licht einschalten, keine Klingel benutzen, nicht telefonieren im Gebäude.
  • Kein offenes Feuer, nicht rauchen.
  • Fenster und Türen öffnen, wenn das gefahrlos möglich ist.
  • Wenn erreichbar, den Gashahn schließen.
  • Das Gebäude verlassen, Mitbewohner warnen, ohne zu klingeln.
  • Von draußen den Entstördienst Ihres Gasnetzbetreibers anrufen. Die Nummer steht auf Ihrer Gasrechnung. Im Zweifel die 112.

Ein Heizungsbauer ist bei Gasgeruch nicht die erste Adresse. Erst wenn der Entstördienst die Anlage gesichert hat, geht es um die Reparatur.

Die Checkliste für alle Heizungen

Diese Punkte sind schnell geprüft und erklären einen erstaunlich großen Teil der Ausfälle:

  • Strom: Hat die Heizung Strom? Leuchtet das Display? Prüfen Sie die Sicherung im Sicherungskasten und den Heizungsnotschalter, der oft neben der Kellertür oder am Heizraum sitzt und leicht mit einem Lichtschalter verwechselt wird.
  • Thermostat und Zeitprogramm: Steht der Raumthermostat hoch genug? Ist die Heizung vielleicht im Sommerbetrieb oder im Absenkbetrieb? Nach einem Stromausfall springen manche Uhren auf eine falsche Zeit.
  • Anlagendruck: Am Manometer der Heizung sehen Sie den Wasserdruck. Welcher Wert richtig ist, steht in der Anleitung oder auf einer Markierung am Manometer. Ist der Druck deutlich zu niedrig, schaltet die Heizung ab.
  • Störungsanzeige: Zeigt das Display einen Fehlercode? Notieren Sie ihn oder machen Sie ein Foto. Das hilft dem Techniker bei der Vorbereitung.
  • Heizkörper: Wird nur ein einzelner Heizkörper nicht warm, ist oft Luft im System oder ein Thermostatventil klemmt.

Viele Geräte haben eine Entstörtaste. Einmal zu drücken ist in Ordnung. Wenn die Störung sofort wiederkommt, drücken Sie nicht immer wieder. Die Heizung schaltet aus einem Grund ab, und wiederholtes Entstören kann bei manchen Fehlern Schaden anrichten.

Ein nützlicher Hinweis ist auch, ob noch warmes Wasser aus dem Hahn kommt. Funktioniert das Warmwasser, aber die Heizkörper bleiben kalt, liegt das Problem eher bei Umschaltventil, Pumpe oder Regelung. Bleibt beides kalt, ist meist der Wärmeerzeuger selbst betroffen, also Brenner, Zündung oder bei der Wärmepumpe der Kältekreis. Diese Beobachtung hilft dem Techniker, die passenden Ersatzteile gleich mitzubringen.

Besonderheiten je nach Heizungsart

Gasheizung und Gasetagenheizung

Prüfen Sie, ob der Gashahn an der Therme geöffnet ist. Nach Arbeiten in der Wohnung oder im Haus wird er gelegentlich geschlossen und nicht wieder geöffnet. Bei Gasetagenheizungen in Berliner Altbauten kommt die Verbrennungsluft hinzu: Wurden neue, dichte Fenster eingebaut oder Lüftungsöffnungen zugestellt, kann das Gerät aus Sicherheitsgründen abschalten. Stellen Sie nichts vor Lüftungsgitter und decken Sie die Therme nicht ab.

Ölheizung

Der Klassiker ist der leere Tank. Die Tankanzeige ist nicht immer zuverlässig, ein Blick mit dem Peilstab schafft Klarheit. Nach dem Befüllen braucht der Brenner manchmal einen Neustart, und wenn der Tank ganz leer gelaufen ist, kann Luft in die Ölleitung gekommen sein. Dann muss der Techniker die Leitung entlüften.

Wärmepumpe

Viele Wärmepumpen laufen über einen eigenen Stromtarif, bei dem der Netzbetreiber die Anlage zeitweise drosseln darf. Das ist bei einer steuerbaren Verbrauchseinrichtung nach § 14a EnWG vorgesehen. Die Heizung wird dann kurzzeitig weniger warm, fällt aber nicht dauerhaft aus. Prüfen Sie außerdem, ob das Außengerät frei ist: Laub, Schnee oder Eis vor dem Lüfter verhindern, dass es genug Wärme aus der Luft holen kann. Zeigt das Display einen Hochdruck- oder Niederdruckfehler, ist ein Techniker gefragt, am Kältekreis dürfen nur Fachleute mit entsprechender Sachkunde arbeiten.

Fernwärme

In Großsiedlungen und vielen Mehrfamilienhäusern kommt die Wärme über eine Übergabestation im Keller. Sind mehrere Wohnungen kalt, liegt die Ursache meist dort oder beim Versorger. Informieren Sie die Hausverwaltung, sie hat Zugang zur Station und kennt den Ansprechpartner beim Versorger. Ist nur Ihre Wohnung kalt, lohnt die Checkliste oben: Thermostatventile, Luft in den Heizkörpern, Absperrventile am Wohnungsanschluss.

Heizkörper entlüften und Druck prüfen

Gluckert es in den Leitungen oder wird ein Heizkörper nur unten warm, ist meist Luft im System. Das Entlüften können Sie selbst übernehmen:

  • Heizungspumpe ausschalten oder die Heizung auf Aus stellen und einige Minuten warten.
  • Ein Tuch und ein Gefäß unter das Entlüftungsventil am Heizkörper halten.
  • Das Ventil mit einem Entlüftungsschlüssel langsam öffnen, bis Wasser statt Luft austritt, dann wieder schließen.
  • Danach den Anlagendruck am Manometer kontrollieren. Durch das Entlüften sinkt er etwas.

Ist der Druck danach zu niedrig, muss Wasser nachgefüllt werden. Wenn Sie das noch nie gemacht haben, lassen Sie es sich bei der nächsten Wartung zeigen, denn falsches Befüllen bringt neue Luft ins System. Muss regelmäßig nachgefüllt werden, verliert die Anlage irgendwo Wasser oder das Ausdehnungsgefäß ist defekt. Das sollte ein Fachbetrieb prüfen.

Wenn Sie zur Miete wohnen

Als Mieter informieren Sie zuerst Ihre Vermieterin, Ihren Vermieter oder die Hausverwaltung. Dort ist meist geregelt, welcher Betrieb die Anlage betreut. Wenn niemand erreichbar ist und der Ausfall bei Frost droht, einen Schaden an der Wohnung zu verursachen, dürfen Sie in der Regel selbst einen Fachbetrieb beauftragen. Dokumentieren Sie in diesem Fall, wann Sie wen erfolglos zu erreichen versucht haben.

Frostschutz, bis der Techniker kommt

  • Türen zu nicht genutzten Räumen schließen, um die Wärme zu halten.
  • Bei Frost auf Leitungen in Außenwänden, im Keller und in unbeheizten Räumen achten. Ein leicht geöffneter Wasserhahn kann ein Einfrieren verzögern.
  • Elektrische Heizlüfter nur einzeln und nie an Mehrfachsteckdosen betreiben, nicht unbeaufsichtigt laufen lassen.
  • Keine Gasherde oder Grills zum Heizen verwenden, es besteht Kohlenmonoxid-Gefahr.

Wann Sie den Notdienst rufen sollten

Wenn die Checkliste nicht hilft, die Störung nach einmaligem Entstören wiederkommt, Wasser aus der Anlage austritt oder der Druck ständig fällt, rufen Sie einen Fachbetrieb. Nennen Sie am Telefon Hersteller und Typ der Heizung, den Fehlercode und was Sie bereits geprüft haben. Wir melden uns sofort zurück und nennen Ihnen eine realistische Ankunftszeit. Damit es gar nicht erst so weit kommt, hilft eine jährliche Wartung vor Beginn der Heizperiode, bei der Verschleißteile und Anlagendruck geprüft werden.

Häufige Fragen

Zuerst prüfen: Strom und Heizungsnotschalter, Thermostat und Zeitprogramm, Anlagendruck am Manometer, Fehlercode im Display. Einmal entstören ist in Ordnung. Kommt die Störung wieder, rufen Sie einen Fachbetrieb.

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